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Sportentwicklungspläne für Österreichs Regionen
am Beispiel des Pilotprojektes für die Region Hartberg+

Ein Nachfolgeprojekt für den Österreichischen Sportstättenplan

 

Einleitung

Der derzeit gesetzlich verankerte „Österreichische Sportstättenplan“ als Grundlage der Sportstättenentwicklung und der entsprechenden Sportförderung soll durch zeitgemäße Instrumente der qualitativen Sportentwicklungsplanung (Leitbildentwicklung und partizipative Planungsverfahren) abgelöst werden.

Der Sportstättenbau der Vereine und der Gemeinden verlangt auf Grund des deutlichen Werte- und Strukturwandels unserer Gesellschaft auch in den Bereichen Sport, Spiel und Freizeit veränderte Planungsmethoden und erweiterte Nutzungs- und Gestaltungsqualitäten der Sportanlagen.

Der in den 1970er Jahren entwickelte „Österreichische Sportstättenplan“ hat in seiner Entstehungszeit und den folgenden Jahren und Jahrzehnten die Basis für eine Grundversorgung der Bevölkerung mit Sportanlagen dargestellt. Er basiert auf einfachen Richtwerten zur quantitativen Bestimmung benötigter Sportstätten, vornehmlich im Bereich des organisierten Sports und der normgemäßen Anlagen. Die Bedeutung und Wirkung des Österreichischen Sportstättenplans sind unumstritten – in einer großen Aufbauleistung konnte eine wertvolle Sportstätteninfrastruktur geschaffen werden.

Der Sport in Österreich, aber auch international, steht nunmehr vor neuen Herausforderungen und Aufgaben:
Es wird in Zukunft einerseits darum gehen, den Bestand in Zusammenhang mit einem zunehmenden Sanierungs- und Modernisierungsbedarf zu sichern und anderseits auf das veränderte Sport- und Freizeitverhalten der Bevölkerung adäquat zu reagieren.
Neben dem wettkampforientierten Leistungssport müssen in stärkerem Maße sportarten-übergreifende Bewegungswünsche aus dem breiten Angebotsfeld des Freizeit-, Trend- und Gesundheitssports und des kindlichen Bewegungsspiels berücksichtigt werden.

Ziel einer zukunftsorientierten Sportstättenplanung ist die Schaffung vielfältig nutzbarer und am lokalen Bedarf orientierter Spiel-, Sport- und Bewegungsräume.

Die quantitativen Sportstättenplanungen und Orientierungswerte müssen dazu durch standortspezifische und nutzergruppenorientierte Feinanalysen mit dem Ziel einer qualitativen Sportentwicklungsplanung ersetzt werden. Dazu ist es notwendig, die Sportentwicklungsplanung nicht mehr isoliert zu betrachten. Sie muss im Sinne eines Miteinanders von vereins- bzw. organisationsgebundenen mit informellen und öffentlich zugänglichen Bewegungsangeboten in eine vernetzte Entwicklungsplanung für die gesamte Gemeinde eingebettet werden.

 

Pilotprojekt Sportentwicklungsplan für die Region Hartberg+ „SEPL“

Um ein Instrument zu entwickeln, das optimal an die Strukturen und an die Alltagspraxis österreichischer Regionen bzw. Gemeinden angepasst ist und Ergebnisse produziert, die von den Gemeinden getragen werden, war es erforderlich, die Methode an einem Pilotprojekt zu erproben.
Am Beispiel der Kleinregion Hartberg, die die Gemeinden Hartberg, Hartberg-Umgebung, St. Johann in der Haide und Greinbach einschließen, wurde die Methode in der Praxis angewandt und an reale Bedingungen angepasst.
Um die Sport- und Bewegungsangebote einer Gemeinde zeitgemäß und zukunftsfähig entwickeln zu können, sind neben einer Bestandsaufnahme und Beurteilung der vorhandenen Sportangebote die Erfassung von Daten über das derzeitige und zukünftig zu erwartende Sport- und Bewegungsverhalten in der Bevölkerung sowie die Berücksichtigung der soziodemografischen und räumlichen Entwicklung und Zielsetzung der Gemeinde unerlässlich.
Mit der Einbindung möglichst aller in der Gemeinde relevanten InteressensvertreterInnen soll die zukunftsorientierte Sportentwicklungsplanung den Anforderungen eines partizipativen Planungsverfahrens gerecht werden. Wesentlich sind die enge Zusammenarbeit und die regelmäßige Rückmeldung der Zwischenergebnisse an die VertreterInnen der beteiligten Gemeinden, um letztendlich ein Ergebnis zu erzielen, das von den Gemeinden getragen und in Folge umgesetzt wird.
Im Sportentwicklungsplan werden Grundlagen und Empfehlungen erarbeitet, die eine Entwicklung einer Region als vernetzter Bewegungsraum ermöglichen, der für die Bürger und Bürgerinnen aller Altersstufen in unterschiedlichen Lebenssituaitionen Gelegenheiten für körperliche Aktivitäten bietet.

Die vorliegende Studie zur Entwicklung einer zukunftsorientierten Sportentwicklungsplanung bezog folgende Inhalte in die Betrachtung ein:

  • Vorhandene Dokumente zur räumlichen Entwicklung der Gemeinden,
  • statistische Daten zum Status und zur demographischen Entwicklung der Bevölkerung,
  • Sport- und Bewegungsinfrastruktur, einschließlich öffentlich zugänglicher Spielplätze und Spielflächen und der natürlichen Sporträume,
  • organisiertes und nicht organisiertes Sporttreiben verschiedenster Bevölkerungsgruppen,
  • Sekundäranalyse ausgewählter Studien zur Sportentwicklungsplanung sowie Trends in der Sportentwicklung

 

Autoren
Havel & Havel GesmbH, office@havel.at
Technisches Büro für Planung von Sportanlagen, Ing. Martin Havel
Empirische Sozialforschung, Mag. Margarete Havel
Inspirin, Technisches Büro für Landschaftsplanung, DI Sabine Gstöttner, office@inspirin.at

 

Kontakt
ÖISS
Österreichisches Institut für Schul- und Sportstättenbau
www.oeiss.org  


Downloads:

-> Download Arbeitsmodule (.pdf, 60 KB)

-> Download Sportentwicklungsplan Kurzfassung (.pdf, 1,8 MB)

-> Download beispielhafte Pläne (.pdf, 2,3 MB)