Bildungscampus Seestadt

Bildungscampus Seestadt

Beispielhaft für die Prinzipien: Barrierefreiheit, Bewegung, Mehrfachnutzung, Multifunktionalität

Die Bildungseinrichtung

Der Bildungscampus liegt im 22. Wiener Gemeindebezirk, im neuen Stadtteil Aspern Seestadt. Seit September 2015 ist die Ganztagesvolksschule, die Teil des neuen Bildungscampus Seestadt ist, in Betrieb. Insgesamt werden dort 450 Schüler/innen in 26 Klassen unterrichtet. Den Kindergarten des Bildungscampus besuchen rund 250 Kinder in 11 Gruppen. Eine Besonderheit der Schule stellt der pädagogische Ansatz der „Inklusion“ dar, dabei handelt es sich um „Unterricht für Alle“. Alle Schüler/innen einer Klasse, ob mit oder ohne Behinderung, werden gemeinsam unterrichtet und in ihrer Verschiedenheit wertgeschätzt. Für Kinder mit erhöhtem sonderpädagogischem Förderbedarf beherbergt die Schule darüber hinaus basale Förderklassen und Klassen für körperlich behinderte Kinder.
Bei der Volksschule handelt es sich um eine Ganztagesschule in verschränkter Form. Dies bedeutet, dass Unterricht und Freizeit einander über den Tag verteilt abwechseln. Der Unterricht findet zum Teil auch klassenübergreifend statt.

Der Gestaltungsprozess

Da zu Beginn des Planungsprozesses das Team der Bildungseinrichtung noch nicht feststand, konnte kein Beteiligungsprozess stattfinden. Jedoch wurde das räumliche Konzept mit StellvertreterInnen der Bildungsdirektion Wien abgestimmt. Der Planungsprozess dauerte von 2011 bis 2013, wobei der Freiraum 2015 fertiggestellt und eröffnet wurde. Die Vergabe des Projektes erfolgte über einen Architekturwettbewerb, der von zinterl architekten zt gmbH gewonnen wurde. Der Freiraum wurde vom Büro „Land in Sicht“ geplant. Verschiedene Magistratsabteilungen der Stadt Wien wirkten mit. Eigentümer der Liegenschaft und des Gebäudes ist die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG).

Der Schulfreiraum

Der Freiraum der Schule befindet sich eine Etage tiefer als das straßenseitige Eingangsniveau, im sogenannten „Gartengeschoß“. Er hat eine Fläche von 13250 m², inklusive der im Süden des Gebäudes angeordneten Terrassen. Das Gebäude weist eine kammartige Struktur auf und ist zusätzlich räumlich-pädagogisch in Cluster unterteilt, wobei jedem Cluster eine Terrasse zugeordnet ist. An das Objekt schließen Rasenflächen mit Böschungen zum Bespielen an. An einer Außenmauer des des Gebäudes wurde eine Kletterwand angeordnet. An den Böschungen des mittleren Baukörpers befindet sich eine Hangrutsche. Verschiedene Ausstattungselemente und Spielgeräte für Schüler/innen mit Behinderung sind im gebäudenahen Bereich zu finden. Dazu zählen beispielsweise eine Nestschaukel, ein Tanzglockenspiel, ein mit dem Rollstuhl befahrbares Rampengerüst mit einer breiten Rutsche, sowie ein unterfahrbarer Matschtisch und ein Sinnespfad. In der Mitte des Freiraums befindet sich eine Rasenfläche mit Hängematten und Liegepodesten. Im südwestlichen Bereich des Schulfreiraums wurde ein Hartplatz (Sportkäfig) platziert. Im östlichen Gartenbereich, in dem sich die Kleinkindergruppe befindet, schließt ein abgegrenzter Bereich an, der bevorzugt für die Jüngsten nutzbar ist. Des Weiteren verfügt der Freiraum auch über eine nutzungsoffene Rasen- und Asphaltfläche im Norden, sowie über Pflanzbeete zum Anbau von Gemüse und Kräutern im Westen des Freiraums. Direkt vom Freiraum aus zugängliche Toiletten stehen den Kindern des Bildungscampus zur Verfügung.

Die Nutzung

Der Schulfreiraum wird von den Schüler/innen der Volksschule, den Kindern des  Kindergartens und auch den Schüler/innen mit erhöhtem sonderpädagogischem Förderbedarf .
Die beiden Hartplätze (Sportkäfige) werden ab 18 Uhr mehrfach genutzt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Bis auf den abgegrenzten Spielbereich für die Kleinkindergruppe des Kindergartens ist der gesamte Freiraum für alle Schüler/innen und Kindergartenkinder nutzbar.
Die Spielgeräte im barrierefreien Spielbereich, wie das Tanzglockenspiel oder die Nestschaukel, werden von allen Kindern des Bildungscampus genutzt. Alle Bereiche des Freiraums, wie beispielsweise die nutzungsoffenen Flächen, sind barrierefrei zugänglich. Der Freiraum wird mehrmals täglich während der Pausen oder des Unterrichts besucht. In den Pausen und bei kühlerem Wetter werden vor allem die Terrassen genutzt, die sich in jedem Stockwerk befinden und direkt vom Gang aus erreichbar sind. Während des Unterrichts wird der Schulfreiraum vor allem zum Sport, Sachunterricht, zum Gärtnern oder zum Erlernen der Verkehrszeichen genutzt. Die Aufsicht im Freiraum übernimmt die jeweilige Lehrperson, die gerade unterrichtet. Für die Pflege des Freiraums, sowie des Gebäudes sind die Gebäudewarte zuständig. Bis auf die Bepflanzung der Hochbeete werden die Schüler/innen nicht in Pflege- oder Erhaltungsmaßnahmen integriert.

Bilder und Pläne