NMS Alberschwende

NMS Alberschwende

Beispielhaft für die Prinzipien: Barrierefreiheit, Bewegung, Gender Mainstreaming, Mehrfachnutzung

Die Schule

Die Mittelschule Alberschwende im Bregenzerwald ist seit 2009/10 eine von vorarlbergweit 23 Schulen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, alle Kinder zwischen 10 und 14 Jahren gemeinsam zu unterrichten, um ihnen die Wahlfreiheit für den weiteren Bildungsweg länger offen zu halten. In acht Klassen werden derzeit 148 Schüler/innen von 24 Lehrer/innen unterrichtet (Stand: Schuljahr 2016/17). Tatsächlich gehen die Volksschuljahrgänge von Alberschwende schon sehr lange fast geschlossen in die örtliche Hauptschule bzw. jetzt Mittelschule weiter.

Wichtig im pädagogischen und räumlichen Konzept der Schule sind die „Offenen Lernlandschaften“ sowie Schwerpunktsetzungen mittels Kreativ- und Theaterwerkstatt sowie im Sport (Talenteförderung). Eine Kooperation mit dem BORG Egg im Fremdsprachenbereich und die enge Zusammenarbeit mit Handwerksbetrieben aus dem Bregenzerwald ergänzen das Unterrichtsgeschehen.

Der Umgestaltungsprozess

Die Um-, Zubau- und Renovierungsarbeiten in der NMS Alberschwende erfolgten in einem sehr eng gesteckten Zeitraum ab März 2010. Seit 2008 jedoch fand eine intensive Auseinandersetzung mit dem „Wie“ der Neuerungen statt: vom pädagogischen Konzept über die Gebäude bis hin zum Schulfreiraum. Im Rahmen dessen fanden Workshops und Beteiligung der Schüler/innen und Lehrer/innen („Gendergerechte Planung von Schulfreiräumen“), Exkursionen zu guten Schulbauprojekten (Niederlande, Deutschland, Schweiz) und Vorträge statt. Bereits im September 2010 wurde der Schulbetrieb im neuen bzw. renovierten Gebäude wieder aufgenommen und der Schulfreiraum seit der baulichen Fertigstellung nach und nach mit Geräten und Mobiliar ergänzt, was unter Einbeziehung des örtlichen Handwerks, der SchülerInnen und mit Unterstützung der Gemeinde erfolgte.

Der Schulfreiraum

Der Einsatz von kräftigen Farben, der in der Schule auffällt, zieht sich in den Schulfreiraum weiter: der orange-rote Tartanbelag bildet eine zentrale Spielfläche auf dem unteren Geländeniveau des Pausenhofes und „rollt“ sich teppichgleich als Wegeverbindung zu den Eingängen und auf das höher gelegene Terrain des Hofes. Ein weiteres dominierendes Gestaltungselement stellt die großzügige geschwungene Betontreppe dar, die die beiden Niveaus des Pausenhofs verbindet. Die Anordnung von Tartanfläche, Gebäude und Betontreppe lassen klar definierte Bereiche mit unterschiedlichen Angeboten entstehen. Betritt man den Hof auf dem unteren Niveau erstreckt sich rechter Hand ein Bereich mit verschiedenen Sitz- und Liegemöbeln – allesamt von den SchülerInnen designt und hergestellt – sowie einer Slackline zum Balancieren. Auf der Fläche zwischen rotem Belag und westlichem Gebäudetrakt wurde eine Riesenwippe aus einem gewundenen Eichenstamm errichtet. Nördlich des Basketball-Korbes befindet sich das von den SchülerInnen gewünschte vierteilige Trampolin; daran anschließend wurden am Hang bunte Robinienstämme eingeschlagen und mit Netzen und Balancierseilen versehen. Der höher gelegene Bereich wird von zwei Tischtennistischen bzw. der Zufahrtsmöglichkeit zum Fahrradunterstand eingenommen.

Die Nutzung

Die intensivste Nutzung des Freiraums erfolgt in den Unterrichtspausen. Die zentrale Fläche steht dabei raumgreifenderem Spiel wie z. B. Basketball zur Verfügung. Fußballspiel ist aufgrund der Flächengröße nicht erwünscht. Alle Angebote erfreuen sich bei den Schüler/innen großer Beliebtheit und werden über die gesamte Pausendauer intensiv bespielt. Für die beiden Tischtennistische wurde eine Abmachung getroffen, wonach je ein Tisch von den Mädchen und den Burschen bespielt werden darf.

Auch in der Mittagsbetreuung bietet der Pausenhof Kindern der VMS sowie der benachbarten Volksschule, fallweise auch jenen des Kindergartens attraktive Bewegungsangebote. Eine Nutzung des Hofes im Rahmen des Unterrichts hat sich derzeit jedoch noch nicht etabliert. Wichtige Aspekte des Schulfreiraumes sind weiters die Nutzbarkeit der Flächen außerhalb der Schulzeiten und die Erhaltung von barrierefreien innerörtlichen Wegeverbindungen.

Bilder und Pläne