Forschung

Aktuelle Forschungsbereiche

In folgenden Bereichen ist das ÖISS zum gegenwärtigen Zeitpunkt forschend tätig:

Umwelttechnische Bewertung von Kunstrasenspielfeldern auf Basis der Neuedition der ÖISS-Richtlinie "Kunststoffrasenbeläge – Eigenschaften, Aufbau und Prüfung"

Die überarbeitete ÖISS-Richtlinie „Kunststoffrasenbeläge – Eigenschaften, Aufbau und Prüfung“ sieht unter anderem Anforderungen an die Umweltverträglichkeit des Gesamtsystems vor. Diese Anforderungen basieren auf einem Befund und Gutachten eines Experten für technische Chemie "betreffend aktuell gültiger rechtlicher und normativer Grundlagen in Österreich betreffend Boden- und Gewässerschutz in Bezug auf die Errichtung von Kunstrasenplätzen im Freien“ mit Stand September 2017 und wurden im ÖISS-Arbeitkreis Sportboden – Kunststoffrasen beschlossen.

Der entsprechende Nachweis ist rechnerisch im Zuge der erforderlichen Eigungsprüfung im Vorfeld von Neubau- oder Sanierungsmaßahmen zu führen.
Um die Einhaltung dieser Anforderungen auch im Betrieb zu prüfen, führt das ÖISS derzeit ein kleines Forschungsprojekt durch. Dafür wird das ÖISS Probeentnahme-Vorrichtungen auf 4 Kunststoffrasen-Spielfeldern der Stadt Wien positionieren, um das Wasser aus den Drainagen dort zu sammeln und einer entsprechenden Analyse und Bewertung durch ein akkreditiertes Prüfinstitut zuzuführen.

Diese Bewertungen werden mit den Anforderungen der Richtlinie gegengeprüft werden. Die Ergebnisse werden vorgestellt und fließen in die Arbeit des Arbeitskreises Sportboden – Kunststoffrasen ein.

Schulische Tagesbetreuung

Schulische Tagesbetreuung ist ein Thema, das österreichweit an Bedeutung gewinnt, sodass an vielen Standorten Möglichkeiten und somit auch Raum für Mittagsverpflegung, Freizeit und nachmittägliche Lernstunden benötigt werden.
2017 wurde das neue Bildungsinvestitionsgesetz (BIG) beschlossen, dessen Ziel es ist, das Angebot an ganztägigen Schulformen für Schülerinnen und Schüler an öffentlichen allgemeinbildenden Pflichtschulen in bedarfsgerechter Form weiter auszubauen. Durch den Ausbau soll ein flächendeckendes Angebot an schulischer Tagesbetreuung in Wohnortnähe zur Verfügung gestellt und auch außerschulische Betreuungsangebote während der Ferienzeiten angeboten werden.

Zu diesem Zweck gewährt der Bund den gesetzlichen Schulerhaltern öffentlicher Pflichtschulen in den Schuljahren 2018/19 bis 2031/32 Zweckzuschüsse zur Verbesserung der schulischen Infrastrukturen und zu Personalkosten im Freizeitbereich ganztägiger Schulformen. Investitionen, die nachhaltig und sinnvoll zum Einsatz kommen sollen.
Aus diesem Grund ist die schulische Tagesbetreuung 2018 auch ein Arbeitsschwerpunkt des ÖISS. Einerseits sollen planungsrelevante Anforderungen in eine Neufassung der ÖISS Richtlinien für den Schulbau einfließen, andererseits ist es geplant, Best Practice Beispiele vor den Vorhang zu holen und künftig hier auf der Homepage zu präsentieren.

Ökologische Sportplatzpflege

In Zusammenarbeit mit „Garten Leben“, „Natur im Garten“, dem NÖ-Landessportbüro, dem NÖ-Fußballverband und anderen Experten beteiligt sich das ÖISS aktiv an einem Pilotprojekt zur Testung von ökologischer Sportplatzpflege.

Aufgrund neuer Pflanzenschutzverordnungen, Landesaktionsplänen für die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln sowie EU-Auflagen wird konkret eine pestizidfreie und torffreie Pflege- und Instandhaltung von Sportrasenflächen getestet, die auch auf chemisch-mineralische Dünger verzichtet. Die Ernährung der Pflanzen soll organisch erfolgen. Dieses nachhaltige Projekt ist in Mitteleuropa einmalig und könnte ein Vorreiter für eine zukünftige ökologische Pflege von intensiv genutzten Rasenflächen sein.

Abgeschlossene Forschungsprojekte

Folgende Forschungsprojekte wurden unter Beteiligung des ÖISS durchgeführt:

EnergieFit – Innovative Energietechnologien im Sportstättenbau

Das Projekt wurde im Rahmen der 3. Ausschreibung des Energieforschungsprogrammes des Klima- und Energiefonds des Bundes im Zeitraum vom 1. März bis 31. August 2017 durchgeführt.

Das Projekt befasst sich mit der Anwendung von innovativen Energietechnologien in Sportstätten. Im Rahmen der Ausschreibung wurden ein Leitfaden für Entscheidungsträger, ein Sammlung von Best Practice Beispielen sowie ein Technologiekatalog erstellt.

Publizierte Dokumente des Forschungsprojekts

impala – Improving Infrastructures for Leisure-Time Physical Activity in Local Arena

Die IMPALA-Leitlinien wurden im Rahmen des EU-Projekts IMPALA (Laufzeit 2009 – 2010) in der Zusammenarbeit von WissenschaftlerInnen und politischen EntscheidungsträgerInnen aus zwölf EU-Staaten entwickelt.

Ziel des IMPALA-Projektes war es, zu einem besser abgestimmten Handlungsrahmen bei der Entwicklung lokaler Infrastrukturen für körperliche Freizeitaktivitäten in den EU-Mitgliedstaaten beizutragen. Dadurch soll ein essentieller Beitrag zur Stärkung gesundheitsfördernder Bewegungsaktivitäten geleistet werden. Die Leitlinien gehen von einem breiten Infrastrukturverständnis aus und umfassen klassische Sportanlagen wie bspw. Sportplätze, Sporthallen oder Schwimmbädern, Freizeitinfrastrukturen wie Parks oder Spielplätze sowie Siedlungs- und Freianlagen, die für Sport und Bewegung genutzt werden können, z.B. Straßen, öffentliche Plätze und Wälder.

Publizierte Dokumente des Forschungsprojekts

impala.net – Nationale Empfehlungen zur Umsetzung der "Europäischen Leitlinien zur Verbesserung von Infrastrukturen für körperliche Aktivitäten auf lokaler Ebene"

Nachdem die IMPALA-Leitlinien von der Europäischen Kommission bestätigt wurden, folgte von 2015 bis 2016 das Projekt impala.net.

Ziel des von der EU geförderten Projektes impala.net war es, im Sinne des Health in all Policies-Ansatzes wichtige Stakeholder aus verschiedenen Sektoren zu gewinnen und diese einzuladen, auf Basis ihrer Expertise relevante Empfehlungen zur Vermittlung der IMPALA-Leitlinien auf nationaler Ebene zu entwickeln.

Aus Sicht der Verantwortlichen konnten im Projekt impala.net wichtige Arbeitsergebnisse erzielt werden und die fachspezifischen sektoralen Denkhorizonte  erweitert werden.

Für Österreich wurden in mehreren Workshops mit ExpertInnen die impala.net – Nationale Empfehlungen für Österreich entwickelt. Diese definieren konkrete Maßnahmen hinsichtlich der Verbreitung der IMPALA-Leitlinien.

Im Bereich „Planungsstrategien – Bewusstseinsbildung bei Planungsverantwortlichen“ wurde als Maßnahme 2 die „verbesserte Vermittlung der IMPALA-Leitlinien mittels leicht verständlicher Kurzfassung“ definiert. Die vorliegende Version ist die österreichische Kurzfassung der IMPALA-Leitlinien, die im Rahmen des impala.net-Projekts realisiert wurde.

Publizierte Dokumente des Forschungsprojekts